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DVD

FSK: 12

Laufzeit: ca. 82 Minuten

Bild: 2,40:1 (anamorph)

Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (5.1 DD)

Untertitel: Deutsch

Extras: Audiokommentar von Regisseur Steven Knight, Making of, Trailer, Wendecover



BLU-RAY

FSK: 12

Laufzeit: ca. 85 Minuten

Bild: 2,40:1 1080/24p Full HD

Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (5.1 DTS-HD MA)

Untertitel: Deutsch

Extras: Audiokommentar von Regisseur Steven Knight, Making of, Trailer, Wendecover

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Inhalt

Ivan Locke (Tom Hardy), ein hingebungsvoller Ehemann, Vater und hart arbeitender Leiter einer Großbaustelle, steht kurz vor der größten Herausforderung seiner Karriere. Doch dann droht eine einzige, spontan getroffene Entscheidung alles zu zerstören: Ein kleiner, für den sonst pflichtbewussten Ivan völlig untypischer Fehltritt hat ungeahnte Folgen für seinen Job, seine Familie und sein gesamtes Selbstverständnis. Ivan setzt sich ins Auto, beginnt eine Wettfahrt gegen die Zeit und Tempolimits und versucht in einer Serie von Telefongesprächen, das Fundament seines Lebens vor dem Kollaps zu retten.

Cast & Crew


BESETZUNG

Ivan Locke Tom Hardy

Katrina Ruth Wilson

Donal Andrew Scott

Gareth Ben Daniels

Bethan Olivia Colman

Eddie Tom Holland

Sean Bill Milner

Cassidy Danny Webb



STAB

Drehbuch & Regie: Steven Knight

Produzenten: Paul Webster, Guy Heeley

Ausführende Produzenten: Stuart Ford, David Jourdan, Steven Squillante, Joe Wright

Kamera: Haris Zambarloukos

Schnitt: Justine Wright

Ton: John Casali

Musik: Dickon Hinchliffe

ÜBER DIE PRODUKTION


Der Bauplan
„Wenn es soweit ist, ist es soweit.“
(Ivan Locke)

NO TURNING BACK ist ein ungewöhnlich spannendes Filmereignis. Zugrunde liegen diesem Projekt nichts weniger als Überlegungen zur Essenz des Kinos: Autor und Regisseur Steven Knight hegte diese Ende 2012 während der Postproduktion seines Filmdebüts Redemption – Zeit der Vergebung. „Ich fragte mich, ob man diesen ganzen Prozess nicht auf seine Grundlagen reduzieren könnte“, erklärt der 1959 im englischen Marlborough geborene Knight. „Man versammelt eine Gruppe von Menschen in einem Raum und schaltet das Licht aus. Dann bringt man sie dazu, auf eine Leinwand zu schauen und sich damit zu beschäftigen, was sie dort vorfinden.“

„Es gibt unzählige Abhandlungen über die ‚Reise‘ des Drehbuch-Helden, den Erzählbogen und all diese Dinge. NO TURNING BACK dampft sie auf das Wesentliche ein“, erzählt Knight, der 2004 für sein Drehbuch zu Stephen Frears' Dirty Pretty Things eine Oscar-Nominierung erhielt, weiter. „In unserem Film ist die Reise eine wirkliche Reise, und die Erzählung verläuft chronologisch. Wir erleben die Hauptperson mit einer Arbeitsstelle, einer Frau und einer Familie. Am Ende des Weges, den wir in Echtzeit miterleben, ist nichts davon übrig.“

NO TURNING BACK spielt fast ausschließlich in einem Auto. Das einzige Gesicht, das wir sehen, gehört Ivan Locke, fulminant gespielt von Tom Hardy. Die anderen „Figuren“ erscheinen nur als Stimmen in Ivans Telefongesprächen – manchmal wütend, manchmal amüsant, oft erschüttert. Der visuelle Hintergrund ist ein hypnotisches Tableau von Autobahnlichtern, die sowohl Ivans Gesicht beleuchten als auch die Dämonen, gegen die er kämpft, und die Entscheidungen, die er trifft.



Tom Hardy ist Ivan Locke
Knight wollte von Anfang niemand anderen für die Rolle als Tom Hardy. Dessen fein nuancierte Leistung bestätigt diese Unbedingtheit. „Tom gehört zu den Menschen, die auf der Leinwand sofort alle Augen auf sich ziehen“, erklärt Knight. „Als Zuschauer würde man alles geben, in seinen Kopf hinein sehen zu können. Was er brillant beherrscht, sind die Komplexitäten einer Reaktion und eines Gefühls. Er hält sich zurück, wenn es angebracht ist, und lässt in anderen Fällen alles raus. Zwischen diesen beiden Gegebenheiten weiß er untrüglich zu unterschieden.“

Knights Vorhaben, jede Nacht den gesamten Film durchzudrehen, gefiel Hardy sehr gut. Auch Knight beschreibt diese Methode als „sehr schauspielerfreundlich“: „Als Darsteller braucht man einen gewissen Zeitraum, um sich seiner Figur anzunähern. Diese Art zu arbeiten gibt allen Beteiligten Raum zum Einfühlen, anstatt hier und dort einen einzigen Satz zu drehen.“

Der knackige Drehplan von NO TURNING BACK war laut Knight ebenfalls hilfreich: „Er nimmt dir nicht acht Wochen deines Lebens. Alles verlief nach dem Motto ‚Ankommen, loslegen, durchziehen und verabschieden‘. Wenn Menschen das Licht am Ende des Tunnels sehen, geben sie in einer kurzen Aufwallung alles und liefern fantastische Ergebnisse.“



Das Fundament
„Man verlässt sich nicht auf Gott, wenn es um Beton geht.“
(Ivan Locke)

NO TURNING BACK ist die Geschichte eines Gebäudes im Aufbau und der Zerstörung eines Lebens durch einen einzigen unbedachten Moment. „Der Filme erforscht, wie ein Fehler, wenn man ihn überhaupt einen ‚Fehler‘ nennen will, zum kompletten Zusammenbruch einer Existenz führen kann“, so Knight. „In diesem Zusammenhang fiel mir die Analogie eines Bauwerks und seines Abrisses ein. Außerdem gefiel mir, dass dieser sehr normale Mann eine sehr praktische, solide Arbeit ausübt.“

Es gibt kaum etwas Solideres als Beton. Als Vorarbeiter einer Großbaustelle, auf der das Fundament für die Konstruktion eines riesigen Gebäudes entsteht, gilt Ivan als zuverlässige Instanz. Als er aber versucht, einen Fehler aus der Vergangenheit gut zu machen, verlässt er im entscheidenden Moment seinen Posten.

„Ich habe selbst vor vielen Jahren auf einer Baustelle gearbeitet“, erzählt Knight, der während der Vorbereitung auf den Film Zeit mit dem Projektmanager auf der Baustelle des Wolkenkratzers „The Shard“ an der London Bridge verbrachte. „Ich kann mich gut erinnern, dass die Ankunft des Betons der große Moment war. Wenn er eintrifft, muss alles perfekt bereit sind. Wenn er sich an den falschen Stellen festsetzt, droht eine Katastrophe.“



Die Dreharbeiten
Nur fünf Wochen, nachdem Knight die erste Drehbuchfassung abgeliefert hatte, begannen viertägige Proben, gefolgt von acht Drehnächten ab dem 18. Februar 2013.

„Diese fünf Wochen waren sehr aufregend, weil wir den Film sehr schnell zusammenstellen mussten“, erklärt Produzent Heeley. „Auch wenn dieser Film nur in einem Auto stattfindet, ist es immer noch ein Film und besitzt alle Elemente eines Films. Er braucht immer noch den richtigen Kameramann, den richtigen Cutter und die richtigen Heads of Department. In mancher Hinsicht war es eine schlanke Produktion, aber an anderen Stellen gar nicht.“

Bereits in einem frühen Stadium war klar, dass der Film „live“ gedreht werden sollte, um seine Emotionen authentisch einzufangen – inklusive der Aufnahme der Telefonstimmen, die nicht zu einer anderen Zeit im Studio entstehen sollten. Zu diesem Zweck kommunizierte Hardy mit den anderen Schauspielern wie in einem Hörspiel.

Diese Methode barg ihre Herausforderungen. Hardy befand sich in einem BMW, der mit abgeschraubten Rädern auf einem Tieflader bewegt wurde. Die Überlegung, die Stimmen-Schauspieler in einem Minibus auf der Autobahn hinter Hardy fahren zu lassen, wurde sehr bald aufgegeben. Angesichts des Kalibers der Darsteller war klar, dass sie mehrere nächtliche, neunstündige Autofahrten im Kleinbus nicht wirklich genießen würden. Stattdessen versammelte man sie in einem speziell ausgerüsteten Hotelzimmer in den Docklands von London, in der Nähe von Hardys Drehstrecke. Es gab Telefonverbindungen in das Auto, vom Auto zum Hotelzimmer und eine weitere für Steven Knight, die sich ebenfalls auf dem Tieflader befand und mit der er in Kontakt zu den Schauspielern im Hotel stand. Hardy trug ein Mikrofon im Ohr, um sicher zu gehen, dass seine Texte sauber aufgezeichnet wurden.

Cast und Crew starteten die Arbeit jeden Abend um 18 Uhr. Bevor sie die Fahrt auf dem Tieflader begannen, verbrachten Knight und Hardy Zeit mit den anderen Schauspielern. Ebenfalls „an Bord“ befanden sich der Script Supervisor und der Toningenieur. „Ich sah uns als eine Art Wanderzirkus“, berichtet Heeley. „Das Auto des 'Helden' wurde von einem Lastwagen gezogen. Zur Sicherheit wurden wir auch von der Polizei eskortiert und hatten für genug Lichtbewegung um uns herum Autos, die von der Crew gefahren wurden. Manchmal drehten wir um drei Uhr nachts, damit weniger Verkehr auf den Straßen war.“ Dennoch stellten Verkehrsgeräusche und der Dreh auf einem ratternden Tieflader besonders Toningenieur John Casali vor Herausforderungen – vor allem bei einem Film mit einer sehr wichtigen Audio-Ebene. Trotzdem konnten stattliche 98 Prozent der Aufnahmen direkt verwenden werden.

Die Schauspieler im Hotel waren per Kopfhörer mit Hardy verbunden. Entweder sie riefen ihn an oder er sie. Zusätzlich gab es Ausstattungsgegenstände wie Schubladen zum Aufziehen oder Handys, um den Spielraum der Darstellung zu vergrößern und Tom Hardy, dem visuellen „Alleinverantwortlichen“, zu unterstützen.